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Beobachtungen

in der Welt der Kampfkünste



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In den Jahren in denen ich mich mit den Kampfkünsten beschäftige habe ich viele Dinge erlebt oder bei Freunden gesehen, die mich sehr nachdenklich machen. Anfangs beschäftigte ich mich mit verschiedenen Kampfkünsten, bis ich schließlich zum Wing Chun Kung-Fu kam. In dieser Zeit erlebte ich selbst viele merkwürdige Dinge und musste erfahren, dass dies auch bei Freunden, die andere Kampfstile betreiben, nicht anders ist.

Zuerst möchte ich über den Begriff Loyalität reden, der in der Kampfkunstwelt sehr seltsam ausgelegt wird. Ich denke immer noch mit Schrecken an die Aussage eines "Kampfkunstmeisters" der sagte, Loyalität funktioniere immer nur in eine Richtung, nämlich zu ihm hin. Das sollte heißen, dass alle Leute die er kannte etwas für ihn tun sollten, er aber im Gegenzug keine Verpflichtungen hatte. Hier kann man deutlich feststellen, dass im Vokabular das Wort "Absolutismus" nicht vorhanden war und mit Loyalität verwechselt wurde. Aus den Erzählungen von anderen Kampfkunst betreibenden kann ich schließen, dass dies (oder Ähnliches) immer wieder vorkommt.

Eine andere Form üblicher Verhaltensweisen scheint der Vertrauensbruch zu sein. Immer wieder erlebt man, dass Personen erscheinen, die bei ihrer Ehre bekunden die Kampfkunst erlernen zu wollen. Dabei sind sie freundlich, zuvorkommend und außergewöhnlich bemüht dies auf verschiedenste Weisen zu zeigen und zu untermauern. Nach einiger Zeit kommt es dann aber zu seltsamen Entwicklungen. Man hört, dass die Person schlecht über einen redet, wenn man nicht anwesend ist, ein Lehrer erfährt, dass ein Schüler bei seinem Meister versucht hat als Schüler angenommen zu werden, weil er ihn angeblich nicht richtig unterrichten würde. In anderen Fällen werden Kontakte, die durch einen Lehrer hergestellt wurden, genutzt um ohne dessen Wissen selbst zu größerem Ansehen zu gelangen. Dabei sind manche Personen sogar dazu bereit mit Personen aus ihrer Vergangenheit zusammenzuarbeiten, die sie nach ihren eigenen Angaben angeblich belogen und betrogen hatten. Ebenso erlebt man oft, dass Schüler nach einiger Zeit das Gefühl haben einen Level innerhalb der Kampfkunst erreicht zu haben, die sie auf dieselbe, oder gar eine höhere Stufe als ihren eigenen Lehrer hebt. So etwas soll vorkommen, dies will niemand bestreiten, aber in den meisten Fällen handelt es sich um Überschätzungen. Ich selbst kenne Personen, die mich in den Kampfkünsten angeleitet haben und deren ich noch heute respektvoll gedenke. Ein Beispiel dafür ist ein Studienkollege von mir, Peter Tröller, der mich für die Kampfkünste begeisterte. Er selbst betreibt seit Jahren keine Kampfkunst mehr, trotz allem war er ein Wegbereiter, dem ich immer dankbar sein werde, dass er mir die Türen geöffnet hat.

Selbstverständliches Verhalten gegenüber jüngeren Brüdern in der eigenen Kunst wird für mich vermutlich immer ein Anliegen sein. Ich werde auch weiterhin Enttäuschungen erleben, weil mancher vergisst, dass er niemals da wäre, wo er ist, ohne das ihm jemand den Weg bereitet hat. Warum Menschen dazu neigen dies zu vergessen, ist ihr Wunsch eine Position einzunehmen und dabei einige Leute zu negieren. Zum einen tun sie dies um sich eventuell in der Lernlinie einiger Personen zu entledigen um besser dazustehen, oder um Menschen nicht zu erwähnen, weil eigene Schüler glauben könnten, dass sie bei dem Lehrer ihres Lehrers mehr lernen könnten. Diese Angst wird aus dem eigenen Verhalten geboren.

Man sollte nicht erwarten, dass alle Menschen ihre Wegbereiter zu schätzen wissen, auch sollte man nicht erwarten, dass immer Freundschaft zwischen einem Lehrer und einem Schüler bestehen bleibt, aber zumindest der Respekt sollte bleiben. Ich bin dankbar Freunde in der Kampfkunst gefunden zu haben, die mich seit Jahren begleiten. Besonderer Dank gilt hier Olaf Buschke, Frank Kuhnecke und Andreas Zerndt, die seit vielen Jahren mit mir zusammen lernen und Ali Ol, Björn Henke, Mario Pestel und Christian Kronmüller, durch die ich erfahren konnte, dass Freundschaft auch stielübergreifend möglich ist.

© Marc Debus
Lo Man Kam Wing Chun



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