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Shaolin Kung-Fu -

Training in China



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Wir haben ein Jahr das Shaolin Kung-Fu in der zweitgrößten Kung-Fu Schule Chinas trainiert und möchten allen Kampfsportbegeisterten unsere Erfahrungen, Eindrücke, Qualen, freudige Erlebnisse und haufenweise Tipps geben. Schon als Kind haben wir alle Bruce Lee und Jackie Chan Filme verschlungen und nach diversen Jahren in deutschen Vereinen wurde das Verlangen stärker, am Ursprung aller Kampfsportarten, in Shaolin, zu trainieren. Nach diversen Briefkontakten mit einem Übersetzer (In China spricht kein Mensch deutsch und es ist schon schwer genug einen zu finden) der englisch spricht, sind wir erst nach Beijing und von dort mit einem Inlandsflug weiter nach Zhengzhou, die Hauptstadt der Provinz Henan, geflogen. Am Flughafen hat uns der Schulleiter persönlich abgeholt, leider konnte er kein Wort englisch. Er hatte nur ein großes handbemaltes Schild vom Übersetzer dabei: "Bitte folgt dieser Person, er wird Euch zur Schule bringen". Nach 2 1/2 Std. Fahrzeit sind wir endlich am Ziel: Shaolin. Tausende von Schülern trainieren in einer Vielzahl von Schulen Shaolin Kung-Fu. Mittlerweile sind die Schulen jedoch alle abgerissen worden und in den nächst gelegenem Ort Dengfeng umgezogen. Am nächsten Morgen haben wir mit dem Trainer Schuhe und sonstiges Trainingsequipment eingekauft und konnten nach dem Frühstück mit dem Training beginnen. Den ersten Tag haben wir ganz gut durchgehalten - aber die nächsten 4 Wochen waren die reinste Qual.

05:30 Uhr: Aufstehen und Lauftraining, Konditionstraining in den Bergen, d.h. Treppen steigen, Treppen mit dem linken oder rechten Bein hinaufhüpfen, im Liegestütz die Treppen wieder hinunterlaufen. Insgesamt 1 1/2 Std. Training. Danach konnten wir uns am Frühstücksmahl bestehend aus Reis, Nudeln oder frittiertem Teig stärken.

09:00 - 11:30 Uhr: Wiederum Aufwärmen mit Lauftraining, speziell Sprintübungen, um die Schnellkraft zu verbessern, extremes Dehnen, Spagat, Brücke, etc., Grundtechniken wie Kicks, Beinschwünge, Faustschläge, Stellungen.

12:00 Uhr: Mittagessen bestehend aus Reis, Nudeln (was denn sonst?) und Gemüse, endlich etwas Ruhe, die Beine sind durch das Überdehnen ziemlich schwer, bzw. die Muskeln mittlerweile steinhart. Das Zimmer befindet sich im 4. Stock, mit dem Muskelkater ist es jedes Mal ein Kampf. Unglücklicherweise befanden sich die Toiletten im Erdgeschoss, sodass die Treppen recht häufig am Tag benutzt wurden. Jetzt hat der Körper etwas Zeit um sich zu erholen.

14:30 - 18:00 Uhr: Aufwärmübungen, Sprints, halt das übliche Programm. Der Schwerpunkt im Nachmittagstraining sind akrobatische Übungen (Handstandüberschlag, Salto, gesprungener Radschlag, etc.) und das erlernen von neuen Formen. Zu Beginn werden Wu Bu Quan und Xiao Hong Quan, also einfache Faustformen, gelehrt. Mit der Zeit werden die Bewegungen komplexer und der Anteil der akrobatischen Übungen steigt. Im fortgeschrittenen Stadium werden Waffen wie Stock und Schwert gelehrt, aber auch Dreigliederstab,
9-teilige Kettenpeitsche, Speer, Shaolin Meteor Hammer, etc.

18:30 Uhr: Abendessen wie bereits erwähnt gibt es Reis und Nudeln. Ziemlich geschafft geht ein Tag in Shaolin zu Ende.

Die ersten 4 Wochen sind knochenhart, da der Körper die Belastungen von 8 - 10 Stunden Training pro Tag nicht kennt. Die Muskeln sind überall verhärtet und jeder Schritt bedeutet Schmerzen. Es gibt einen freien Tag in der Woche, in der sich der Körper erholen kann. Zudem kommen im Hochsommer Temperaturen von über 35 Grad Celsius und die ungewohnte Nahrung. Wie alle Ausländer hat auch uns nach 1 Woche extremer Durchfall geplagt (5 Tage lang). Immodium haben wir 3 Packungen verdrückt, ohne dass sich eine Besserung einstellt. Erst chinesische Medizin brachte Besserung. Nach diesen 4 Wochen gehen die Schmerzen auf ein "normales Maß" zurück. Man hat weiterhin Muskelkater, da immer wieder neue Muskelgruppen trainiert werden, aber der Körper hat sich mittlerweile daran gewöhnt. Nach diesen 4 Wochen beginnt das eigentliche Lernen neuer Formen, akrobatischer Elemente, etc. d. h. ein kürzerer Aufenthalt ist nicht empfehlenswert. Wir haben unser 1 jähriges Training nie bereut und haben viele Freunde dort kennen gelernt.

Hätten wir noch einmal die Gelegenheit, würden wir dieses Abenteuer auf jeden Fall wieder auf uns nehmen, auch wenn die Lebensverhältnisse dort äußerst einfach und primitiv sind. Aber sind wir in Deutschland nicht vielleicht zu verwöhnt?

© Matthias Fiß
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