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Bai Si Lai -

Die Teezeremonie



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Die Teezeremonie (Bai Si Lai - Kantonesisch) hat in den Kung-Fu Stilen eine besondere Bedeutung. Ein Schüler bittet dabei auf traditionelle Weise um die Aufnahme durch den Meister. Die Teezeremonie hat seit der Regierung der Mandschus, wo der Bevölkerung die Ausübung ihrer Bräuche strikt untersagt wurde, eine besondere Bedeutung. Es gab verschiedene Rituale, die in Geheimgesellschaften weiterhin gepflegt wurden und sich gegen die Anweisungen und Traditionen der herrschenden Qing Dynastie stellten. So stellt auch die Teezeremonie ein altes Brauchtum dar, in der ein Schüler sich zu einer Bruderschaft und deren vatergleichen Oberhaupt bekennt. Durch die Zeremonie soll eine Veränderung im Verhältnis zwischen Schüler und Lehrer (Sifu) ausgedrückt werden. Die Zeremonie wird in der Regel erst nach jahrelangem Training, in dem ein gewachsenes Vertrauen zwischen Sifu und Schüler entstanden ist, durchgeführt. Dadurch wird der Schüler gleichzeitig in die (Kung-Fu) Familie aufgenommen und ab diesem Zeitpunkt offiziell im Stammbaum der Familie geführt.



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Beschreibung der Teezeremonie von Marc Debus, Frank Kuhnecke und Andreas Zerndt bei Sifu Lo Man Kam

Die Teezeremonie findet in festgelegten Schritten statt. Ein älterer Mitschüler, der schon in die Familie aufgenommen wurde, tritt als Fürsprecher auf. In unserem Fall übernahm einer unserer taiwanesischen Mitschüler die Aufgabe während der Zeremonie als Sprecher zu fungieren und er wies uns auch in unsere Handlungen ein.

Wir knieten vor Sifu Lo Man Kam auf dem Boden und mussten uns mehrere Male tief vor ihm auf den Boden verneigen (immer dreimal hintereinander), während unser Fürsprecher unsere Bitte auf chinesisch formulierte. Wir reichten daraufhin eine Schale Tee an Sifu Lo Man Kam, dies wurde durch einen Eid begleitet, der ebenfalls von dem Fürsprecher auf chinesisch vorgetragen wurde. Danach überreichten wir drei rote Umschläge, in denen sich ein symbolisches Geldgeschenk für die Ausbildung befand. Danach folgte wieder die dreifache Verneigung vor unserem Sifu.

In dieser Zeit übernahm der Fürsprecher die Aufgabe, die anwesenden älteren Schüler zu fragen, ob Einwände gegen die Aufnahme in die Familie bestünden. Danach erwies uns Sifu Lo Man Kam die Ehre, seinerseits Tee an uns zu reichen. Dies symbolisierte, dass er unserer Bitte entsprach und uns in den inneren Kreis seiner Schüler aufgenommen hatte.

Dieses Ereignis ist von großer Bedeutung für uns gewesen. Welche Bedeutung es im chinesischen Kulturkreis hat, konnte man daran sehen, dass sogar Fernsehsender anwesend waren, weil es eine besondere Ehre darstellt von einem Meister auf diese Art als Schüler in den inneren Kreis aufgenommen zu werden, besonders wenn man nicht-chinesischer Herkunft ist.

Nach der Teezeremonie gelten die angenommenen Schüler als direkte Erben der Kunst ihres Meisters. Der Schüler stellt damit auch nicht mehr irgendeinen Schüler des Meisters dar, sondern gehört zu den wenigen, die als "angenommen" gelten. Der Schüler gilt nun als direkter Repräsentant des Stils und wird als jemand angesehen, der den Stil und die Kunst der Familie verantwortungsvoll lehren und vertreten kann. Gleichzeitig stellt die Veränderung des Schüler-Lehrer-Verhältnisses in China eine veränderte Lernbeziehung dar. Der Schüler erlernt nun auch die Philosophie, die Zusammenhänge und die innere Lehre der Familie, die nicht jedem Schüler zugänglich gemacht werden.

Nach der Zeremonie luden wir unsere älteren Mitschüler zu einem Essen ein und feierten den Anlass ausgiebig. Wir sind sehr Stolz darauf, dass wir die Teezeremonie bei Sifu Lo Man Kam durchführen konnten und sind glücklich, von einem der namhaften chinesischen Wing Chun Meister als Schüler angenommen worden zu sein.

© Marc Debus
Lo Man Kam Wing Chun



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