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Bak Hok Kuen -

Weißer Kranich Stil



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Unter Kennern zählt der Kranichstil zu den schönsten und elegantesten Kung-Fu Stilen überhaupt. Daneben sind auch seine Effektivität und Kampfprinzipien bekannt. Interessant für Kung-Fu Kenner ist er auch deshalb, weil er seinem Ursprung nach nicht auf Shaolintechniken zurückzuführen ist, er somit auf gänzlich anderen Prinzipien und Methoden aufbaut. Die Ursprünge des Kranichstils liegen in den buddhistischen Klöstern in Tibet, und obwohl der Stil in manchen Charakteristika eher den nördlichen Kung-Fu Stilen ähnelt, verbreitete er sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vor allem in Südchina.

In der jüngeren Geschichte des Stils wurde vor allem Meister Kwan Tak Hing außerordentlich berühmt. Im Alter von 13 Jahren wurde er in Singapur Schüler eines renommierten Lehrers für chinesische Oper, wo er 18 verschiedene Waffen sowie Shaolintechniken erlernte. Seinem Lehrer Sun Pak folgte er nach Kanton, wo er durch viele Auftritte recht bekannt wurde. Im Alter von 21 Jahren lernte er Meister Fok Hung kennen, von dem er den Kranichstil erlernte. Während des zweiten Weltkrieges setzte sich Sifu Tak Hing aufopferungsvoll für sein Land ein, sammelte Geld bei chinesischen Emigranten in den USA, gab Vorstellungen bei chinesischen Soldaten. Nach dem Krieg begann seine Filmkarriere, Sifu Kwan Tak Hing spielte die Rolle von Meister Wong Fei Hung in der längsten und erfolgreichsten Kung-Fu Serie Chinas (und in 84 weiteren Filmen). Dabei verkörperte Sifu Kwan die Rolle des edlen Helden, der in der Geschichte Chinas für Aufrichtigkeit, Loyalität und Mut steht. Und viele seiner Zuschauer wussten, dass gerade er diese Eigenschaften auch in seinem eigenen Leben (sehr gut) verkörperte. Wenn auch Meister Kwan in der restlichen Welt relativ unbekannt geblieben ist (er sprach nicht ein Wort Englisch), ist er allein durch seine Rolle als Wong Fei Hung den Chinesen in aller Welt bekannt geworden.

Lange Zeit wurde der Kranichstil nur in Klöstern unterrichtet, und bis zum heutigen Tag wird in jeder Kranichschule die Ehrenhaftigkeit der Schüler als unbedingte Voraussetzung angesehen. Kein Kranichmeister riskiert, die gefährlichen Techniken in die falschen Hände zu geben und der Gesellschaft damit Probleme zu bereiten.



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Prinzipien des Kranichstils
Im Gegensatz zu anderen Stilen, in dem der Kontakt gesucht wird, vermeidet der Kranichstil den Kontakt zu den gegnerischen Armen. Stattdessen ermöglicht es die flinke Beinarbeit, dem Gegner auszuweichen und von der Seite die blitzschnellen Schläge anzubringen. Die vielen weiten Armtechniken sind sehr kraftvoll, der ganze Körper und vor allem der Einsatz der Hüften machen diese Handtechniken so gefährlich. Keine der Techniken deutet sich an, der Gegner wird nie erkennen können, welche Technik folgen soll. Neben Täuschungen dieser Art versucht der Kranichstilist im Kampf, demonstrativ offene und entspannte Stellungen einzunehmen, z. B. wie Kranichflügel (zur Seite ausgebreitete Arme) oder Kranichfäuste (über dem Kopf), und die nun folgenden Angriffe ansatzlos zu kontern. Die innere Ruhe wird mit ausgeprägtem Atemtraining und Meditation (Jam Hei Gung) eingeübt und der Wechsel von entspannter Ruhe zu blitzschnellen Handtechniken wird bereits mit den ersten Grundtechniken eintrainiert. Daneben spielen für die Kampftheorie die Fußtechniken eine größere Rolle als in fast allen anderen traditionellen Kung-Fu Stilen. Synonym mit dem Namen "Weißer Kranich" werden häufig die Bezeichnungen Lama-Stil oder Hop Gar-Stil verwendet.

Trainingsinhalte
Die schwierige Kampftheorie des Kranichstils erfordert ein sehr langes Training der Grundtechniken. Oftmals werden im ersten Trainingsjahr nur die ersten sechs Langarmtechniken geübt, um die Schultern für die schnellen, langen Techniken auszubilden und den Einsatz der Hüfte zu perfektionieren. Und auch in der ersten Form des Kranichstils, der Lok Lek Kuen (Form der 6 Kräfte), werden ausschließlich diese Grundtechniken geübt:

1. Choen Cheui (kraftvoller Fauststoß mit beiden Armen)

2. Pao Cheui (Armschwinger von unten nach oben)

3. Kap Cheui (Schlag mit dem ganzen Arm von oben nach unten)

4. Deng Cheui/Bin Cheui (Schläge von oben und von der Seite)

5. Chau Cheui (horizontaler Schlag mit dem ganzen Arm)

6. Fu Jow (Tigertechnik, Greifen und Schlagen)

Bei fast allen Techniken werden Gegenbewegungen eingesetzt und die Schläge sind so kräftig, dass sie mit dem ganzen Körper ausbalanciert werden müssen. Aber sehr bald stellt der Schüler fest, dass sich die harte Grundschule wirklich lohnt. Schon die zweite Form des Kranichstils, die Chot Yab Bo (verkürzte Übersetzung: Vorwärts- und Rückwärts-Form, auswärts/einwärts), ist der erste Beweis dafür, dass der Kranichstil zu Recht als einer der ästhetischen Kung-Fu Stile gilt. Und auch in den folgenden Formen hält der Stil immer noch weitere Steigerungen bereit.

© Holger Heek
European Kung-Fu Organisation



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