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Baak Mei Kuen -

Weiße Augenbrauen Stil



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Im 17.Jahrhundert, als China unter die Herrschaft der Ching-Dynastie fiel, suchten viele Anhänger der zuvor herrschenden Ming-Dynastie Zuflucht bei den Mönchen des Shaolinklosters in der südlichen Provinz Fujian. Bei der völligen Zerstörung des Klosters durch die Streitkräfte der Ching konnten nur wenige Mönche diesem Massaker entkommen. Sie verteilten sich in ganz China und gaben ihre Kampfkünste an das unterdrückte Volk weiter.

Meister der "Weißen Augenbrauen"
Einer dieser Mönche war Baak Mei, der aufgrund seines Aussehens auch "Weiße Augenbrauen" genannt wurde. Er gab sein System, welches er zuerst nur als Shaolinkunst bezeichnete, stets nur an Mönche über Generationen weiter. Einer dieser Mönche, Gong Wei, erteilte seinem Schüler Jok Fat, ebenfalls ein Mönch, die Erlaubnis, den "Weißen Augenbrauen-Stil" zu lehren und sich dafür einen geeigneten Schüler zu suchen. In Kanton fand er diesen Studenten. Sein Name war Cheung Lai Chuen. Er wurde der erste Student in Südchina, der als Nichtmönch in diesem System unterrichtet und zum Großmeister des "Weißen Augenbrauen - Baak Mei Stils" ernannt wurde. In seiner Heimat gab man ihm den Spitzname "König der Armtechniken".

Der Shaolinstil - Baak Mei
Der Baak Mei Stil ist sowohl ein harter wie auch ein weicher Kung-Fu Stil. Alle Techniken wurden den Kampfmethoden des Adlers, des Drachen, des Tigers, der Schlange und dem Kranich entnommen. Die Benutzung der Arme überwiegt dabei die der Beine. Er unterscheidet sich von anderen Kung-Fu Systemen durch viele offene Handtechniken wie Handkantenschläge und Rückhandschläge sowie das Benutzen von Stichtechniken und Krallentechniken. Bei den Tritttechniken wird der Rückwärts-, Seitwärts- und Vorwärtstritt benutzt sowie kreisförmige Tritte. Die Tritte werden jedoch nur sekundär angewandt und nur dann, wenn man sich eines Treffers absolut sicher ist.

Das Training besteht aus mehreren Unterrichtsunterteilungen:
- Abhärten des Körpers durch Atemübungen und spezielle Übungen
- Das Laufen der Formen (Kuen) mit und ohne Partner
- Erlernen der traditionellen chinesischen Waffen wie Hellebarde, Stock, Tigergabel usw.
- Selbstverteidigungstechniken mit praktischer Anwendung
- Traditionelle Kräuterkunde für spezielles Training und Abhärten wie z. B. das der Hände

Die typischen Eigenarten des Baak Mei Stils sind:
- Eingezogene Bauchmuskeln, der Rücken ist dabei leicht gebogen.
- Die Ellbogen werden ungefähr 10cm vor dem Körper gehalten. Die Stöße und Schläge können so kurz und kräftig ausgeführt werden.
- Bei der Kampfstellung ist ein Bein nach vorne gestellt. Zehen zeigen dabei leicht nach innen. Die Körperhaltung ist aufrecht.
- Die Handbewegungen sind weich, dennoch verfügen sie über eine ungeheure Kraft.
- Die Phönixfaust (Fung Ngaahn Cheui), gebildet durch das abgeknickte Mittelgelenk des Zeigefingers.
- Die Beinarbeit wird in Form einer Triangel (im Dreieck) ausgeführt, was dem Praktizierenden eine schnelle Fußarbeit und bessere Ausweichtechnik erlaubt.

Die meiste Zeit der Ausbildung braucht der Baak Mei Kämpfer für die Entwicklung des Körpers und der Kraft (Ging). Insgesamt gibt es acht Haupthandformen sowie verschiedene Waffenformen.

Um die Formen geschickt ausführen zu können, muss der Schüler lernen, fünf externen und fünf internen Funktionen des Körpers effektiv miteinander zu verbinden. Die fünf externen Hauptfunktionen sind:
1 - Die Augen (Ngan)
2 - Das Gedächtnis (Sum)
3 - Die Hände (Sau)
4 - Der Körper (Yiu)
5 - Der Stand (Ma) .

Die fünf internen Hauptfunktionen sind:
1 - Der Geist (Sun)
2 - Die Entschlusskraft (Yee)
3 - Die Courage (Gi)
4 - Die innere Kraft (Chi)
5 - Die Stärke (Ging)

Außerdem gibt es noch sechs spezielle Hand- und Fußtechniken:
1 - Stoßen (Biu)
2 - Sinken lassen (Chum)
3 - Sprung nach vorne (Tarn)
4 - Den Angriff weich neutralisieren (Fa)
5 - Eine aggressive Bewegung, vergleichbar mit dem Angriff eines Tigers.
6 - Die sechste Bewegung entwickelt sich aus einer plötzlichen, kurzen explosionsartigen Technik, die im Falle einer gegnerischen Unkonzentriertheit eingesetzt wird. Die richtige Atmung spielt dabei eine wichtige Rolle.

Schnelles wechseln von hart und weich - Kombinationsvielfalt
Der Kampfstil des Baak Mei erlaubt dem Ausführenden ein schnelles Wechseln von der weichen in die harte Technik. Dies ermöglicht eine unzählbare Kombinationsvielfalt. Der Bak Mei Kämpfer sucht stets die offenen ungeschützten Schwachpunkte seiner Gegner, um dann im entscheidenden Augenblick blitzschnell und mit kurzen Techniken zu kontern. Für jeden Baak Mei Praktizierenden gilt eine Regel, die für das Training enorm wichtig ist: "Sei clever in der Anwendung deiner Techniken, sei mutig, entwickle und perfektioniere stets deine Baak Mei Techniken und fördere deine Stärke".

© Evelyn Garski
German Hung Gar Association / VFCK



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