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She Quan -

Schlangen Stil



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Der Geist der Schlange kann am besten beschrieben werden mit Mäßigung, Wachsamkeit, Konzentration, Geduld und Durchhaltevermögen. Sie erwartet still ihren Feind oder ihre Beute und wenn man es am wenigsten erwartet, führt sie einen einzelnen gefährlichen Angriff zu einem Vitalpunkt aus. Wenn sie um ihr Leben kämpft, wird die Schlange tödliche Schläge auf Vitalpunkte richten, während sie ihren Feind mit ihrem Körper und Schwanz umklammert.

Die Schlangenform lehrt uns Geduld, Sensitivität und Zielgenauigkeit beim Schlagen. Der Schlangenstil wurde lange in Geheimnisse gehüllt und ist historisch aufgrund der gefährlichen Wirkung ihrer Techniken nur dem inneren Kreis der Schüler beigebracht worden. Im Schlangenstil wird besonderer Wert auf langsame und tiefe (Zwerchfell) Atmung gelegt, gepaart mit langsam fließenden, runden Bewegungen, die das Chi kultivieren und speichern. Mit der Zeit und mit Geduld lernt man durch die Schlangenbewegungen die Atmung, oder das Chi, zu entwickeln und bis zu den Fingerspitzen zu bringen. Die äußeren Merkmale des Schlangenstils sind die physische Weichheit des Körpers und Schläge, die mit den Fingerspitzen zu Vitalbereichen ausgeführt werden. Die Schlange erwartet ruhig einen Angriff und wird dann - im Gegensatz zu dem Kranich, der einen kleinen Sprung verwendet, um dem Angriff zu umgehen, oder dem Tiger, der durch den Angriff durchbricht - durch Winden und Drehen ihres Körpers einfach dem Angriff ausweichen. Im selben Moment führt sie einen Gegenangriff mit den Fingerspitzen zu einem Vitalpunkt des Feindes aus. Geistig lehrt der Schlangenstil Geduld, Fokus und rhythmisches Durchhaltevermögen.

Shaolin Schlangenstil und Südstile
She Ying Kuen (Schlangenstilform) ist eine fortgeschrittene interne Form des Shaolin Systems und eine der fünf Haupttiere, die von den Mönchen des Shaolin Tempels studiert wurde. Es gibt zahlreiche Systeme, sowohl südlich als auch nördlich, die Schlangenformen in ihren Lehrplan einbezogen haben, aber es sind die Südstile, die die Schlangenformen berühmt gemacht haben. Es gibt sogar Systeme, die sich ganz der Übung des Schlangenstils gewidmet haben. Schlangenformen sind in solch bekannten Systemen wie Hung Gar, Hung Fut, Chow Gar und Choy Lay Fut enthalten. Schlangenstiltechniken können auch in anderen Formen wie Bak Sil-Lum (nördliches Shaolin) und in verschiedenen Tierformen gefunden werden.

Chi und Dim Mak
Im Gegensatz zum Tigerstil hängt der Schlangenstil nicht von der Entwicklung und Verwendung externer Kraft ab. Die Entwicklung von einem schnellen und genauen Schlag ist von höchster Wichtigkeit in der Ausbildungseinheit des Schlangenstil-Praktikers. Schlüsselwörter für den Schlangenstilisten sind - vermeiden, durchhalten, fließen, täuschen, präzise und Vitalpunkte. Die Nichtabhängigkeit von Kraft macht den Schlangenstil ideal für Frauen und jene mit leichterem Körperbau.

Die Verwendung des Verteidigens und Angreifens in einer Bewegung machen den Schlangenstil ideal für den Kampf auf engem Raum. Abhängig vom System, benutzt der Schlangenstil entweder alle Finger oder nur den Zeige- und Mittelfinger, um Vitalakupunktur- oder Dim Mak Punkte zu attackieren. Spezielle Chi Gong Übungen und Nei Gong Übungen (die Energiearbeit) ist im Schlangenstil integriert, um die Chi Energie bis zu den Fingerspitzen zu bringen. Am Anfang können spezielle äußere Übungen, wie Liegestütze auf den Fingerspitzen und das Schlagen in einen Behälter voller Bohnen, dazu verwendet werden, um die äußere Stärke der Finger zu entwickeln. Jedoch sind diese Arten von Übungen entbehrlich, sobald der Schlangenstilist das Chi entwickelt hat und dieses bis in die Fingerspitzen leiten kann.

Bewegung der Schlange
In den Schlangenformen liegt der Schwerpunkt, außer bei der Atmung und der Steuerung der Energie, auf Weichheit und Entspannung. Die wichtigsten Bereiche, auf die man sich beim Schlangenstil konzentrieren muss, ist eine weiche, entspannte Wirbelsäule und Rippen, durch welche die innere Energie spiralförmig fließen kann, beschleunigt und maximiert wird, bis sie die Fingerspitzen erreicht. Dies kopiert die Bewegung einer tatsächlichen Schlange, bei der alle Bewegung von den Muskeln stammt. Die Arme werden dafür verwendet, um den Gegner wahrzunehmen oder zu fühlen und die Distanz zu ihm zu überbrücken, während die Finger verwendet werden, um zu Vitalbereichen zu schlagen. Die typischste und charakteristischste Handhaltung im Schlangenstil ist die Schlangenfaust. Hier werden alle Finger ausgestreckt, der Daumen wird gekrümmt an die Seite der Handfläche gedrückt. Diese Handhaltung symbolisiert den Kopf der Schlange. Wie bei einer richtigen Schlange, die ihren Kopf immer in Richtung des Angreifers dreht, zeigt die Schlangenfaust auch immer in die Richtung des Angreifers. Bei einigen besonderen Schlangentechniken werden entweder nur der gestreckte Zeige- und Mittelfinger zum Schlagen und Stechen benutzt oder auch nur der ausgestreckte Zeigefinger. Der Ringfinger und der kleine Finger werden in die Handfläche gerollt und der gekrümmte Daumen an die Seite der Handfläche gedrückt. Diese Haltung der Finger symbolisiert die Zunge der Schlange. Der Schlangenstil ist kein harter äußerer Stil, und die defensiven Manöver sind eher weicher in ihrer Natur. Ein typisches defensives Manöver für den Schlangenstil-Praktiker wäre zum Beispiel einen ankommenden Schlag mit dem Unterarm abzufangen und, während er am Arm des Opponenten mit seinem Unterarm klebt, würde er den Arm des Opponenten leicht umleiten. Dann würde der Schlangenstil-Praktiker die Distanz zwischen seinem Arm und dem Gegner überbrücken und schnell einen Vitalbereich attackieren.

Das Interesse am Schlangenstil wurde Mitte der 70er Jahre durch diverse Easternfilme in Europa und den USA geweckt. Besonders der Klassiker "Die Schlange im Schatten des Adler" mit Jackie Chan verschaffte dem Schlangenstil eine große Popularität.

© Ali Ol / Björn Henke
Kung-Fu WebMag /
German Chow Gar Association / VFCK



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