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Chinesische Lanzen

Die Waffen der Helden



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Zum größten Teil wurden Lanzen von Rittern und Kriegern, die zu Pferd waren, getragen und benutzt. So gab es natürlich in den drei Reichen (San Guo) berühmte Krieger wie Gwaan Jyu, der heute als Gott der Gerechtigkeit gilt und wovon es unzählige Legenden gibt. Er war ein sehr starker Kämpfer, der die Frühlings- und Herbstlanze berühmt machte. Doch anstatt des normalen Handschutzes war ein massiver Drachenkopf befestigt, welches diese Waffe umso schwerer machte. Die Waffe wurde als Gwaan Do bekannt (Gwaans großer Säbel). Es war wie die meisten Lanzen, eine über zwei Meter große Lanze mit einer scharfen Klinge, wobei der Säbelrücken gezackt und mit noch einem gebogenen Spieß versehen war und an dem anderen Ende zusätzlich ein Dorn befestigt war.

Viele Wushu Arten bezeichnen diese Waffe als Da Dao (大刀), den großen Säbel. Gwaan Jyu hatte einen guten Freund, der auch ein Spezialist einer Lanze, dem Speer, war. Er führte geschickt einen außergewöhnlich langen Speer, an dem der Speerkopf wie eine Schlange geformt war. Die Spitze dieser Waffe bog sich in zwei Teilen, wie die Zunge einer Schlange. Dieser Mann hieß Zhang Fei und war ebenso ein unglaublich starker Krieger. Seine Waffe wurde als She Mau Cheung, der Schlangenspeer bezeichnet. Diese zwei Freunde wurden von ihrem Freund, dem Kriegsherrn Liu Bei begleitet, der ein Meister der Doppelschwerter (Sern Gim oder Shuang Chien) war. Diese drei Krieger sind die wohl ziemlich berühmtesten Helden aus San Gou, den drei Reichen Chinas. Doch eine Person nahm den Kampf gegen diese Drei am großen Drachen Tor gleichzeitig auf. Es war der berühmte Krieger und Offizier "Li Bu" der auch wie Kwan Kung Yu und Zhang Fei mit einer sehr langen Lanze kämpfte. Die Waffe hieß Fong Tin Gik auf kantonesisch oder auf hochchinesisch "Fang Tian Ji". Ein langer Speer, der auf der einen hälfte des sehr großen Speerkopfes mit einem Halbmond noch zusätzlich bestückt war.

Versionen dieser Waffe sind auch bekannt mit einem kleineren Halbmond und einer schlangenartigen Speerspitze. Der Kampf ging allerdings unentschieden aus. Doch Li Bu wurde als der stärkste Krieger der drei Reiche angesehen. Diese beschriebenen Lanzen waren große und starre Waffen und wurden zu meist nur zu Pferd benutzt wurden. Natürlich gab es auch die Krieger, die ihre Lanzen etwas kürzten um auch damit zu Fuß gut kämpfen zu können. So gab es noch den Offizier "Tsai Yang", der auch eine Lanze stets bei sich trug. Die Waffe war auch über zwei Meter, der mit einem Ring an einem Ende befestigt war, um gegnerische Speere und Schwerter abzufangen und am anderen Ende mit einer großen Säbelklinge versehen war.

Aus dieser Waffe entwickelten sich weitere andere Waffen wie, der Gau Wan Dai Do, der Neun Ringe Säbel. Mit den Ringen konnte man zwar auch gegnerische Waffen abfangen, aber sie dienten mehr dazu, was in der heutigen Zeit schwer nachvollziehbar ist, böse Dämonen und Geister im Kampf durch das "Klingeln" zu vertreiben. Die Chinesen waren damals sehr abergläubisch. Weiterhin entwickelte sich auch noch aus Tsai Yangs großer Säbel (Tsai Yang Dao), dar Banditensäbel. Es war eine Waffe mit noch größerer Klinge, aber mit kürzen Stil, doch die Gesamtbauweise wurde im Grunde beibehalten. Diese Waffe hatte eine ca. Gesamtlänge von 150cm und konnte besser mit sich herumgetragen werden und aus einem Gebüsch plötzlich herausspringend, schlugen die Banditen den Kriegern, die zu Pferd waren, den Pferden die Vorderläufe ab. Der Krieger kam dadurch zu Fall und konnte somit leichter besiegt werden.



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Es gibt jedoch unglaublich viele verschiedene Lanzenarten. Gerade in den chinesischen Kampfkünsten haben sich diese aus alten Sagen und Schlachten beschriebenen Waffen erhalten. Hier weitere Beispiele: Sam Jian Mao (eine Lanze, wobei sich die Klinge in drei Teilen aufteilt), Fu Ba oder auch Sam Cha Pa, (Dreizack, wurde oft auch zur Tigerjagd verwendet), Da Chin Chiang Chen (eine wie eine Münze geformte Hellebarde mit Öffnungen in der Klingenmitte um Waffen abfangen zu können). Fong Yu Gwaan Do, nur mit einer Klingenkrümmung ähnlich einem Rüssel), Wie Tien Ji (ähnlich wie Fong Tin Gik, nur mit Halbmonden auf jeder Seite des Speerkopfes), Tai Xing Chui (großer runder Kriegshammer), Kai San Fu (bergöffnende Axt), Tai Hum Dao (hackendes Breitschwert, sehr dick, welches auch als Schild benutzt wurde). Viele Langwaffen wurden damals zwar oft zu Pferd eingesetzt, aber genauso wurden sie zu Fuß gebraucht. Gwaan Jyu benutzte oft seine große Gwaan Do. Zu Fuß sowie auch zu Pferd.

Doch eines war damals Fakt und ist bis heute noch so geblieben. Es gibt keine "bessere Waffe" genauso, wie es keine "bessere Kampfkunst" gibt. Es ist immer der Mensch, der eine Kampfkunst ausübt oder eine Waffe beherrscht. Nicht wie gut die Waffe ist, sondern wie gut ist der Mensch im Umgang mit dieser Waffe. Das ist das, was Letztendes zählt.

© Bruno Dorp
Miu Hun Hung Kuen Wesel / VFCK



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