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Jian -

Das chinesische Schwert



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Das chinesische gerade Schwert oder doppelschneidige Schwert Dan Jian wird als "König der Kurzwaffen" angesehen. Man sagt, dass es "100 Tage dauert, die Techniken des Stocks zu lernen, 1000 Tage, um die Techniken des Breitschwertes zu lernen und 10000 Tage, um die des Schwertes zu lernen".

Das Schwert wird in den meisten chinesischen Kung-Fu Systemen – sowohl nördlich als auch südlich - benutzt. Meist mit "Tai Chi Schwert" assoziiert, kann man es genauso gut nach der Gegend benennen, in der es gefertigt wurde, wie "Long Quan", ein Shaolin-Kloster, oder nach einer Bergregion wie "Wudang".

Berühmte Schwerter
Einige der eher bekannten Schwerter sind die "Long Quan" und "7-Sterne-Feder" in Nordchina. Long Quan ist berühmt für die Gewässer, die die Long Quan Region umgeben, von denen gesagt wird, dass sie reich an Eisenerz, Mangan und Kohlenstoff sind. Die Schwerter, die dort gefertigt werden, sind von hoher Qualität und extrem stabil und scharf. In den alten Zeiten war das Schwert reserviert für die Elite der Gesellschaft, wie Gelehrte, die Reichen und Angehörige der adligen Familien. Das ist der auch Grund, warum man oft Klingen, die mit prunkvollen Design und Ätzungen geschmückt waren, sehen konnte. Die Scheiden waren wunderschön geschmückt, kunstvoll lackiert und mit langen fließenden Quasten an den Handstücken versehen.

Die Quasten wurden eigentlich als Dekoration gesehen und nur an den Waffen der Gelehrten und derjenigen, die die Waffen als Tanzequipment nutzen, verwendet. Kampfkünstler, die das Schwert zum Kämpfen verwandten, benutzten nur selten eine Quaste am Handstück, da diese sich um das Handgelenk des Kämpfers wickeln konnte. Der Schwertführende konnte obendrein die Kontrolle über seine Waffe verlieren, wenn ein Gegner die Quaste zu fassen bekam. Einige chinesische Künste nutzen die Quaste als eine Waffe, um den Gegner blind zu machen oder ihn abzulenken. Es gab sogar Quasten aus feinem Draht, die den Gegner bei einem Schwertschlag im Gesicht oder Arm schnitten.

Verschiedene Ausführungen
Das Schwert ist die einzige Waffe, von der es eine männliche und eine weibliche Version gibt. Das Wen Jian oder Gelehrtenschwert ist als das weibliche Schwert bekannt. Es ist leichter als das Männliche und wird typischerweise zur Selbstverteidigung benutzt. Das Wu Jian oder männliche Schwert ist viel stabiler, schwerer und wird im Krieg benutzt. Ungleich dem Schwert benutzt das Breitschwert eher rohe Kraft und hackende und vernichtende Bewegungen. Es wurde von den Fußsoldaten des Militärs und von einfachen Leuten getragen. Das Schwert hingegen ist viel vornehmer und benutzt subtile, leicht kreisende und umgehende Bewegungen zum Entwaffnen des Gegners an der Hand oder am Gelenk. In den Anfangsstadien lernt der Schüler mit dem Schwert zu blocken und Gegenangriffe durchzuführen. Weiter fortschreitend wird der Schwertkämpfer das Drehen und Verdrehen des Körpers und die Stellungsarbeit erlernen, welche eine wichtige Rolle bei dem Umgehen von Attacken spielen. Da das Schwert als die Vielseitigste und tödlichste der Kurzwaffen bekannt ist, wurde es normalerweise nur den fortgeschrittenen Studenten des Kung-Fu Trainings beigebracht. Dies auch deshalb, weil die innere Energie im Einklang mit dem Schwert zum Einsatz kommt. Die sanften und fließenden Techniken des Schwertes können irreführend sein; ein schnelles Schnappen oder Stoßen der Klinge kann den Hals, das Herz, die Lunge oder den Unterleib durchbohren.



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Leichtigkeit
Bei der Benutzung des Schwertes muss der Benutzer lockere, fließende, weiche Bewegungen zeigen. Das Handgelenk bleibt entspannt und rotiert in einer kreisförmigen Bewegung. Gebräuchliche Techniken des Schwertkämpfers sind ziehen, heben, blocken, angreifen, stoßen, zeigen, schwenken, pressen, abfangen und spalten. Wenn man das Schwert hält, sollte man sich einen Vogel vorstellen, der sich in der Hand ausruht. Wenn man sie zu verkrampft hält, wird der Vogel zerquetscht; zu locker, und er wird davonfliegen. Bei der anderen Hand werden die ersten 2 Finger ausgestreckt (Zeige- und Mittelfinger). Man benutzt sie, um Vitalpunkte des Gegners zu attackieren. Das Schwert hilft, den Körper in Balance zu halten und den Fluss des Chi zu fördern. Man sagt, dass Kampfkünstler mit hohen Fertigkeiten ihr Chi durch das Schwert fließen lassen können.

Formen
Einer der besten Wege, um mit dem Studium des Schwertes zu beginnen, ist das Formentraining. Nachdem man einige Grundbewegungen gelernt hat, sollte man mit Formen beginnen. Partnerformen sind ein guter Weg, um das Gefühl des Kampfes zu bekommen. Einstudierte Kämpfe wie die Partnerformen erlauben dem Lernenden, die Vor- und Nachteile der Waffe herauszufinden und zu sehen, wie die Techniken angewandt werden.

Wie man das richtige Schwert findet
Vor 30 Jahren war es noch schwierig, ein anständiges Schwert außerhalb von China zu finden. Heutzutage gibt es einige Anbieter. Ein Blick ins Internet sollte genügend Bezugsquellen auftun. Die Preise variieren von 50 Euro (geeignet für Anfänger) bis zu mehreren hundert Euro für Schwerter von hoher Qualität. Einige Punkte sollte man bei der Wahl im Auge behalten. Will man es für traditionelles Kung-Fu oder heutiges Wushu benutzen? Die traditionellen Stile bevorzugen eine schwerere, stabilere Klinge. Ein Schwert darf aber auch nicht zu schwer für den Praktizierenden sein, da sonst schnell der Unterarm und das Handgelenk überlastet sind. Wushu Sportler bevorzugen eine leichte Federstahl Klinge, die sich um 45 bis zu 90 Grad verbiegen kann und dann wieder in die ursprüngliche Form zurückkehrt. Das leichte Gewicht ist notwendig für die Schnelligkeit und Akrobatik, die man von Wushu Sportlern kennt.

Die Länge des Schwertes kann sehr variieren. Um eine generelle Vorstellung von der Länge, die man selber benötigt, zu bekommen, hält man das Schwert so in der Hand, dass die Klinge an der Rückseite der Arme hochläuft. Die Spitze des Schwertes sollte bis zum Ohrläppchen reichen. Auch dem Handstück gehört Beachtung geschenkt. Man sollte testen, ob dieses nicht lose ist und rappelt.

© Ali Ol / Björn Henke
Kung-Fu WebMag /
German Chow Gar Association / VFCK



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