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Fong Tik Gik -

Der Halbmondspeer



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Fong Tin Gik gehört zu den chinesischen Hellebarden. Diese Waffe besteht aus einer Speerspitze, oder auch manchmal aus einer schlangenähnlichen, gewundenen Spitze, an welchem seitlich eine halbmondähnliche Klinge befestigt ist. Oftmals sind es auch zwei Halbmondklingen.

Die Grundform der Waffe liegt in einem Speer. Man sagt, dass die Grundform des Speers durch Huang Ti entwickelt wurde (2698 – 2598 v. Chr.). Eine hölzerne Stange mit einer Metallspitze. Doch wenn man überlegt, dass sogar in der Steinzeit Speere benutzt wurden, so ist diese Waffe schon eigentlich viel älter. In diesem Falle reden wir also von der ersten richtigen Speerkampftechnik. Im Laufe der Zeit fügte man dem Speer verschiedene zusätzliche Kampf- und Abwehrobjekte hinzu, wie Spitzen, Haken, Klingen, Ringe, Axtblatt usw. Die Waffe selbst wurde dadurch zwar nicht leichter, aber man setzte teilweise auf größere Einsatzmöglichkeiten. Doch gehen wir nun zu der Waffe, worüber hier berichtet wird. Die Fong Tin Gik.

Ein berühmter, fast unschlagbarer Offizier und Krieger war Lu Bu. Er lebte in der Zeit der drei Reiche Chinas (San Guo) und führte einen Kampf gegen drei andere Krieger gleichzeitig durch, die jeweils mit Doppelschwert (Liu Bei), Schlangenspeer (Zhang Fei) und einer Breitsäbellanze, der Gwaan Do (Gwaan Jyu) ausgerüstet waren. Dieser Kampf ging unentschieden aus.

Der Halbmond der Fong Tin Gik ist gebogen, sodass man gegnerische Angriffe gut abblocken, führen und weiterleiten kann. Außerdem hat die Fong Tin Gik eine Gesamtreichweite von über 220cm. Es gibt diese Waffe in den unterschiedlichsten Ausführungen. Mit großem Halbmond, kleinem Halbmond, großer Lochöffnung oder kleiner Ausführung, gewundener Spitze oder Speerspitze, doppeltem oder einfachem Halbmond. So wie bei vielen Hellebarden, gibt es auch die unterschiedlichsten Materialbeschaffenheiten des Stabes. Edelstahl oder Holz konnte man auch früher finden. Am unteren Ende des Stabes befindet sich meist eine Spitze oder ein Schlagknauf. Doch genauso gut findet man diese Waffe ohne zusätzliche Montierung. Es gibt die Fong Tin Gik mit einem Handschutz, auch Blutteller genannt, und auch welche komplett ohne Handschutz. Oftmals hängt langes Rosshaar am Blutteller, welches heute in Rot gefärbt ist. Dieses verhinderte, das Blut, welches sich an der Klinge befand, Kontakt mit dem langen Stil, dem Griff bekommt. Sonst wäre eine saubere Klingenführung zu schwierig. Bei einigen Kampftechniken mit der Fong Tin Gik, z.B. gegen ein Schwert, oder einem einfachen Speer, wird mit der Klingenöffnung versucht, die gegnerische Waffe unter Kontrolle zu bringen. Ist man in der Nähe des Handschutzes oder in der Nähe der Hand des Gegners, kann man nun durch Drehung des Stabes die Hand des Gegners verletzen. Eine recht schwierige, doch sehr wirkungsvolle Technik mit dieser Waffe. Die Chinesen hatten viele verschiedene Varianten dieser Waffen hergestellt. Oftmals war die Qualität dieser Waffen jedoch nicht sehr hoch. Und nur die Offiziere oder Kämpfer, die sich auf eine bestimmte Waffengattung spezialisierten, ließen sich von einem guten Schmied eine Waffe in einer recht hohen Qualität anfertigen, da die Anfertigung einer
Solchen schon früher sehr teuer war.

Was wichtig ist, die Fong Tin Gik, gehört zu der Ausführung der sehr langen chinesischen Langwaffen. Jeder Krieger und Kämpfer hatte sein eigenes Prinzip an denen er glaubte. Die einen schworen auf kurze, bewegliche Waffen, mit denen man im engen Raum auch kämpfen konnte und die anderen schworen auf lange Waffen, um den Gegner auf Abstand zu halten. Doch die meisten Langwaffen wurden meist von Reitern zu Pferd eingesetzt, die den Gegner aus einem sicheren Abstand her angreifen konnten.

Noch heute wird in vielen traditionellen Kung-Fu Schulen die Fong Tin Gik in ihren verschiedenen Ausführungen gelehrt. Sie ist eine Waffe, die viele Prinzipien des chinesischen Waffenkampfes lehrt und den Waffen führenden einen Weg zu den unterschiedlichsten Langwaffen öffnen kann.

© Bruno Dorp
Miu Hun Hung Kuen Wesel / VFCK



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Bildergalerie

Die verschiedenen Ausführungen der Fong Tin Gik:
Hier ist eine geschärfte und gehärtete Fong Tin Gik von sehr hoher geschmiedeter Qualität zu sehen. Sie besitzt auch einen ebenfalls gehärteten Blutteller.  
In einer weiteren Ausführung gibt es noch eine Form der Fong Tin Gik, indem die Waffe mit zwei Halbmonden ausgestattet ist. Auf Hochchinesisch nennt man diese Waffe "Wie Tian Ji". 
Hier eine weitere Fong Tin Gik, mit einer guten Metallstange, Rosshaar und einem etwas kleinerem Halbmond und gewellt verlaufender Spitze (Schlangenspeerspitze). Jedoch ganz ohne Blutteller. 
Hier ist eine Fong Tin Gik von minderer Qualität zu sehen, die allerdings viel Ähnlichkeit mit der oben abgebildeten Ausführung hat und ohne Rosshaar ausgestattet ist. 
Oftmals war am unteren Ende des langen Stabes ein Schlagknauf befestigt um ein gewisses Kontergewicht zu haben und um die Waffe auch ein wenig auszubalancieren zu können. Schlagknauf oder Spitzen am Ende dieser Waffe variierten. Eine Spitze, welche aus drei Klingen besteht. Oftmals wurde die Klinge gelocht um Ringe daran zu befestigen, welches beim "Wirbeln" der Waffe viel Geklirre von sich gab, um den Gegner zu irritieren. 
Ein Knauf mit drei Riefen aus gegossenem oder gehärtetem Metall.  
Ein elegant geformter Schlagknauf aus Messing. 


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