Startseite
Artikel/Berichte
Lexikon
Autoren
Wir über uns
Kung-Fu Kino
WebMag Cover
Termine
Links
Impressum
Kontakt

Shuang Gou -

Die Hakenschwerter



Nach oben

Der "Gou" oder auch Haken kann auf die Zeit 770-221 v. Chr. und die Periode der Kriegführenden Staaten zurückgeführt werden. Die Waffe wurde von Fußsoldaten benutzt, um damit die Beine der Pferde zu verletzen und die Reiter aus dem Sattel zu heben. Später wurde diese Waffe sowohl von Fußsoldaten, als auch Reitern genutzt, um lange Waffen wie Speere und Stöcke zu ergreifen, aber auch um damit Schwerter zu fassen und zu zerbrechen.

Es gibt eine Vielzahl von Gous mit verschiedensten scharfen Haken und Klingen, die für Blöcke, Schnitte und Stiche genutzt werden können. Unter die Bezeichnung Gou fallen z. B. der lange Haken, der in zwei Händen gehalten wird; ein kurzer Haken, der in Verbindung mit einer anderen Waffe genutzt wird; ein Haken mit einem Schwertkopf und eine Version mit einem scharfen Geweih. Ein weiters berühmtes Paar Haken sind die Mandarin-Enten Haken, die gewöhnlich mit Bagua Quan in Verbindung gebracht werden. Die Funktion und Kraft von jedem dieser Haken wird am besten durch ihre einzigartige Form und Größe ausgedrückt. Manche Haken sind speziell für den Nahkampf gefertigt, andere wiederum für Kämpfe auf längere Distanzen. Die Techniken beinhalten schaufeln, tragen, einhaken, halten, pressen, picken, stechen, ziehen, drücken, pflügen, hängen, durchbohren, heben und sperren.

Die heutige Version der Tigerkopfhaken
Die Tigerkopfhaken oder Hakenschwerter hatten viele verschiedene Formen, bis sie die heutige uns bekannte Form erreicht haben. Die Waffe war zuerst ein solides gerades Schwert mit einem Haken ein paar Zentimeter vor dem scharfen Ende. Diese Evolution des Hakens begann mit der Zielrichtung, die Waffe eines Gegners einzuhaken und so zu fangen. Die beidarmige Anwendung resultiert daraus, dass man ein Schwert dazu nutzt, die gegnerische Waffe zu fangen, um dann mit der anderen einen Angriff zu führen. Aus dieser Basistechnik entwickelte sich die Waffe. Eine Zeitlang wurde das spitze Ende beibehalten und andere Details wurden hinzugefügt. Das untere Ende bekam eine dolchartige Klinge, um den Tigerkopfschwertern eine scharfe blanke Schneide an beiden Enden zu geben. Schwertschutzhandgriffe wurden hinzugefügt, die auch als Defensivwaffe verwendet werden können. Mit ihren scharfen Enden, gebogen nach außen in der Form einer halbmondförmigen Sichel, dienen diese Schutzhandgriffe sowohl dazu, eine gegnerische Waffe zu fangen als auch um eine Schneidattacke auszuführen. Schließlich wurde aus dem spitzen Ende der Tigerkopfschwerter ein Haken, um die Einfangfähigkeit zu verbessern. Diese Haken haben obendrein eine Schneide, sodass sie auch für einen Angriff benutzt werden können. Die eigentliche Spitze der Haken ist scharf und kann punktuelle Wunden verursachen.

Die Veränderungen und technischen Verbesserungen der Tigerkopfschwerter waren zum Teil eine Reaktion auf die Entwicklung in den Techniken, die die Praktizierenden entdeckten. Als die Waffe populärer wurde, entwickelte sich auch das Repertoire an Fähigkeiten.

Eine Vielfalt von Kung-Fu Systemen hat die Tigerkopfschwerter in ihrem Waffenprogramm. Nichtsdestotrotz wurde das Tigerkopfschwert in Nordchina entwickelt und die meisten Kung-Fu Systeme, die seinen Gebrauch lehren, sind nördlich.



Nach oben



Nach oben

Charakteristik
Die auffälligste technische Charakteristik der Tigerkopfschwerter ist die parallele Führung der Klingen bei einem Angriff. Wenn die Tigerkopfschwerter benutzt werden um zu hacken, zu fangen, zu schneiden oder zu stechen, bleiben die Klingen immer parallel. Der Praktizierende wird zum Beispiel die beiden Waffen parallel schwingen, um die Waffe des Gegners mit der einen zu fangen und mit der anderen zu schneiden. In manchen Ausnahmefällen bleiben die Schwerter nicht parallel. Wenn die Attacke eines Angreifers erst tief und dann hoch ist, können beide Tigerkopfschwerter dazu benutzt werden, um unabhängig voneinander zu blocken, das eine nach unten und das andere nach oben. In einer Taktik mit den Schwertern werden sie für abwechselnde Attacken benutzt. Das schafft einen kontinuierlichen Angriff, der den Gegner in die Defensive treibt, und wenn eine der Attacken die gegnerische Waffe fängt, kann das andere Schwert den Schlag platzieren. Nicht alle Haken-Schwert-Formen werden schnell ausgeführt. Der Trick ist, die Bewegungen langsam und kraftvoll auszuführen und sich dabei die Möglichkeit offen zu halten, sich mit Entschlossenheit und Leichtfüßigkeit vor und zurückzubewegen. Es muss ein klarer Unterschied zwischen Heben und Senken des Körpers oder Drehen und Wechseln der Richtung gemacht werden, welche entweder kreisförmig oder gerade in der Ausführung ist. Bestimmte Bewegungen müssen ebenso das Aufhalten oder Loslassen der gegnerischen Waffe zeigen. Die aufmerksame Beachtung dieser Eigenschaften/Qualitäten sichert eine gute Ausführung der Haken-Schwert-Form. Auch das folgende Sprichwort trifft zu: "Die Bewegungen der Haken sind vergleichbar mit den Bewegungen der Wellen".

Technische Vielfalt
Die Tigerkopfschwerter bieten eine Vielfalt von Techniken. Die Waffe kann für lange Distanzen mit den Haken genutzt werden, wobei eine die Waffe des Opponenten fangen oder kontrollieren kann, während die andere angreift. Für die mittlere Distanz können die Schwertschutzgriffe benutzt werden. Mit den gebogenen und scharfen Kanten kann mit einem Schwertschutz die gegnerische Waffe gefangen und mit dem anderen ein Schnitt geführt werden. Für eine Stichattacke können die unteren dolchartigen Enden benutzt werden. Durch Drehen der Waffe oder durch das Halten der Tigerkopfschwerter mit dem unteren Ende nach oben, können die Schwertenden simultan zustoßen. Der Gegner weiß nicht, gegen welche Waffe bzw. welchen Angriff er sich verteidigen soll.

Manchmal auch "Doppeltigerhakenschwert" genannt, hat diese Waffe eine reiche und faszinierende Geschichte. Gelehrt von einem qualifizierten Sifu, kann man durch die Tigerkopfschwerter eine nützliche Vielfalt von Fähigkeiten und beidhändige Koordination erlernen.

© Ali Ol / Björn Henke
Kung-Fu WebMag /
German Chow Gar Association / VFCK



Nach oben

Bak Hok Kuen - Wie finde ich den richtigen Stil? Willkommen Wushu oder Kung-Fu? Zhong - Interview Gordon Liu Interview Lam Chun Fai Baak Mei Kuen - Bang Bo Kuen - Traditionen Interview Lau Kar Yung Kung-Fu Ching Li - Interview Lee Kam Wing Interview Gordon Lu Dianxue - Die Geschichte Die größe Shaolins Die Techniken Di Tang Shu - Formen Die vier Säulen Interview Wang Kiu Bewegen wie die Tiere Tui Na Wunderelixiere Zhen Jiu - Geheimbünde Chinesische Kalligrafie Wu De - Kung-Fu Show - Löwen Motivation Training in Taipeh Basistraining des Hung Gar Sanda in Deutschland Peking Oper Bai Si Lai - Shaolin Kung-Fu - Traditionelle chinesische Medizin Kräuter und Extrakte Ahnenkult in China Asiens Beobachtungen Der chinesische Löwentanz Faszination Reisebericht Chow Gar Kuen - Gun - Hau Wan - Tang Lung Cheung - Dang - Flexible Waffen Schwert und Säbel Waffen im Kung-Fu Streitäxte - Long Quan Schwerter Formentraining Stahlringe Ying Jow Pai - Anqi - Fong Tik Gik - Shuang Gou - Wu Dip Do - Miao Dao - Lee Koon Hung Lo Guang Yu 29. Dacascos Championship Lau Jaam Lam Sai Wing Luk Dim Boon Gwun - Miu Hin Hung Kuen Kampfkunst und Selbstverteidigung She Quan - Shi San Shi - Taijiquan als Kampfkunst Wing Chun Training Tai Shing Pek Kwar Moon Fu Lung Pai Kung-Fu Fut Gar Kuen Hung Fut Kuen - Kampftraining Jian - Mai Gei Wong Wing Chun Chinesische Lanzen Shaolin Quan Kung-Fu Kung-Fu Training - Theorie des Kampfes - Töne und Laute Wing Chun Holzpuppe - Wing Chun Trainingsaufbau Wun Hop Kuen Do Wushu Dan System Zui Quan - Lam Ga Hung Kuen Kräfte im Taijiquan