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Wu Dip Do -

Waffe der südlichen Stile



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Die chinesischen Doppelmesser sind unter vielen Namen bekannt, wie z. B. die kantonesische geläufige Bezeichnung "Wu Dip Do", was so viel heißt, wie "Schmetterlingsmesser", da das "Einklappen und Ausklappen" an den Flügelschlag eines Schmetterlings erinnert. Die hochchinesische Bezeichnung lautet hierfür "He Te Dao". Dann wiederum gibt es den kantonesischen Namen "Ji Mo Do", was soviel heißt wie "Mutter und Kind Messer" und auf die harmonische Zusammenarbeit der Messer zurückführt, da meist ein Kind seiner Mutter folgt und so auch nach dem ersten führenden Messerangriff sofort der Angriff des zweiten Messers folgt, in fast der gleichen Reihenfolge.

Andere Messer sehen zwar ähnlich aus, sind allerdings oft etwas kleiner und in der Grundkonzeption ein kleines bisschen anders gebaut. Für den Laien ist dies kaum sichtbar. Darauf kommen wir gleich zurück. Diese Messer nennen sich Baat Cham Do und dies heißt so viel wie "Acht Richtungsmesser" Die Techniken sind allerdings ganz anders, da sich die Zahl 8 hier auf die Angriffspunkte bezieht, welches Handgelenke, Fußgelenke, Kniegelenke und Ellenbogengelenke sind. Die chinesischen Doppelmesser sind bekannt als reine südchinesische Waffe. Der Ursprung und die Entwicklung der Messer ist leider heute nicht mehr nachvollziehbar oder zurückzuverfolgen. Eine Theorie ist, dass sich das Messer aus den Werkzeugen der Fischhändler aus den südlichen Teilen Chinas entwickelte und die Messer auch als Verteidigungswaffe eingesetzt wurde, während die zweite Theorie auf der Entwicklung eines Hackmessers beruht. Beide Theorien klingen einleuchtend.

Wichtig ist, dass es eigentlich ein Klingenverbot gab in der damaligen Zeit. Doch im Gegensatz zu allen Langschwertern und Hellebarden, konnten die Messer leichter am Körper unter den langen Gehröcken (Cheong Salm Anzüge) versteckt werden. Mit den Messern konnte man sich gut gegen bewaffnete Soldaten schützen. Kung-Fu Meister sämtlicher Systeme entwickelten hiermit gefährliche Techniken. Das so genannte "Einklappen" der Messer erfolgte über den Haken der Messer. Mit dem Daumen klappte man das Messer ein und hatte so den ganzen Unterarm geschützt und konnte gute Abwehrtechniken einsetzen und auch Waffen wie Speere und Lanzen gut abfangen und festhalten, damit der Angriff mit dem zweiten Messer erfolgen konnte. Mit den Haken der Messer war es gut möglich, die Angriffe von Säbeln abzufangen und dann auch wieder mit dem zweiten Messer besser angreifen zu können. Die Doppelmesser gelten heute oft als die "Lieblingswaffe" sämtlicher Kung-Fu Meister südlicher Stilrichtungen. Im Laufe der Zeit entwickelten sich verschiedene andere, unbekannte Formen der Messer, die gleich ausführlicher bezeichnet werden. Doch erst einmal werden hier ein paar verschiedene Ausführungen der Schmetterlingsmesser vorgestellt:

Wichtig zu erwähnen ist, dass alle Doppelmesser nur einen Halbgriff hatten und zusammen in eine Scheide gesteckt wurden. So hatte man den Vorteil, dass wenn man sie mit einer Hand herauszog, es so aussah, als hielte man nur ein Messer in der Hand. Plötzlich wurden hieraus zwei und der Gegner war dadurch oft sehr überrascht.

Eine Legende besagt, dass "Miu Hin" einer der 5 geflohenen Mönche, ein Meister sämtlicher Waffen war. Nach der Flucht nach Fukien wurde er ein guter Freund von der berühmten Nonne Ng Mui und dem Abt Chi Sim. Die Lieblingswaffe Miu Hin`s sollen auch die Doppelmesser gewesen sein. Viele Meister tauschten ihr "Können" untereinander aus und so kamen Doppelmesser und Techniken ins eine oder andere System, die später im Laufe der Zeit oft verändert wurden. Der Sage nach lernte Ng Mui von Miu Hin Doppelmesserformen und verschiedene Tierstile und Miu Hin die Mui Fah Kuen von Ng Mui. Miu Hin unterrichtete seine Tochter Miu Tsu Fah in den Doppelmessern und diese wieder ihren Sohn Fong Sai Yuk. Ng Mui unterrichtete ihre Schülerin Yim Weng Chun im Doppelmesserstil. So ist es denkbar, dass die Doppelmesserformen durch Miu Hin in verschiedene Systeme hineingebracht worden ist. Vieles beruht auf Legenden und Spekulationen. Leider ist vieles jedoch nicht mehr wirklich schriftlich belegbar. Tatsache ist jedoch, dass die Doppelmesser zu den der beliebtesten Waffenformen in südchinesischen Stilen gehören. Und wenn man die Wirkung dieser Waffe sieht, kann man es verstehen.

© Bruno Dorp
Miu Hun Hung Kuen Wesel



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Bildergalerie

Bild 1: Die herkömmliche Form des Wu Dip Do / Ji Mo Do ähnelt dem des Hackmessers. Diese Messer haben einen guten Handschutz, um die Finger vor gegnerischen Angriffen zu schützen und sind ca. einen halben Meter lang.  
Bild 2: Eine sehr viel höhere Qualität haben die Doppelmesser der Firma Coldsteel. Der geschmiedete und scharf geschliffene Stahl gibt den Messern ein edles Aussehen, sind Anfängern jedoch wegen der Verletzungsgefahr und den relativ hohen Anschaffungskosten nicht zu empfehlen. 
Bild 3: Die Baat Cham Do sind meist um 40cm lang und etwas schmaler. Auch die Bauweise ist etwas anders. Denn wenn man genau hinsieht, sind auf der oberen Abbildung die Griffe auf die Hälfte der Klingenbreite gesetzt. Hier auf dem folgenden Bild sieht man, dass die Baat Cham Do etwas kleiner sind und die Oberkante des Griffs in einer Linie mit dem Klingenrücken steht. Dieses verhilft zu einem schnelleren und leichteren "Einklappen" der Messer.  
Bild 4: Zu Kriegszwecken gab es Messer, die verändert wurden, wie bei den Twin Kukris. Hierbei verlief die Messerspitze zu einem Haken, der sich nach unten krümmte. Sehr seltene Messer waren die "Lung Fung Do", die Drachen- und Phönixmesser, die auf hochchinesisch "Lung Feng Dao" hießen. Diese Messer ähnelten stark einem Flaschenöffner. Das Grundkonzept der Struktur des Messers blieb gleich, hatte allerdings in der Klinge eine Auswölbung, wodurch man einen zusätzlichen scharf geschliffenen Haken hatte. 


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